Allgemein · Alltag

Migräne – Gewitter im Kopf

Hallo ihr Lieben,

am heutigen Weltkopfschmerztag möchte ich über eine Form des Kopfschmerzes sprechen, wovon ein Großteil der Kopfschmerzpatient*innen betroffen ist. Nämlich die Migräne.

Mit diesem Eintrag möchte ich zum einen aufklären, was eine Migräne überhaupt ist und woher sie kommt, aber auch welche Symptome sie hat und was sie auslöst. Am Ende werde ich euch dann noch persönliche Worte über meinen Alltag mit Migräne schreiben.

Teil 1: Was ist Migräne und wer leidet darunter?

Per Definition ist Migräne ein anfallsartiger Kopfschmerz, der sich in unregelmäßigen Abständen wiedeholt. Manche Patient*innen erleiden nur eins- bis zweimal im Jahr eine Migräneattacke, andere leiden merhrmals im Monat oder gar täglich darunter.

Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen.

In Deutschland leiden mehr als acht Millionen Menschen an Migräne, wovon die Mehrzahl Frauen* sind.

So leiden 12 bis 14 Prozent der Frauen* und „nur“ sechs bis acht Prozent der Männer* an Migräne. Zudem leiden bereits vier bis fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen an Migräne.

In der Regel tritt die erste Migräneattacke zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf, zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr kommt es zu den meisten Migräneattacken.

40% aller Fälle werden nicht diagnostiziert.

Doch wie kann man sich nun so eine Migräneattacke vorstellen?

Mediziner*innen unterteilen eine Migräneattacke in vier Phasen, die ich nachstehend kurz skiszzieren möchte. Vorab sei noch gesagt, dass nicht jede*r Patient*in alle Phasen durchlebt:

Phase 1: Die Vorphase

Bei etwa einem Drittel der Migränegeplagten kündigen sich Anzeichen einer solchen Stunden bis Tage vor der Attacke durch verschiedene Symptome an. Diese reichen unter anderem von Reizbarkeit, Euphorie und starken Stimmungsschwankungen zu Verdauungsproblemen, Heißhungerattacken oder Appetitlosigkeit bis hin zu Schwierigkeieten beim Schreiben und Lesen oder auffalend häufiges Gähnen.

Nicht immer deutet ein*e Migränepatient*in dies als Anzeichen einer kommenden Migräne, was diese so heimtücksich macht.

Phase 2: Die Aura-Phase

Die Symptome während der Aura-Phase signalisieren, dass eine Migräneattacke kurz bevorsteht und sogar schon leicht da ist.

Häufig besteht die Aura aus Sehstörungen, die sich unterschiedlich äußern. Manche Patient*in sehen Lichtblitze oder Farben, andere, und dies kommt am Häufigsten vor, sehen flimmernde Zick-Zack-Linien, wiederum andere Patient*in berichten über blinde Flecken im Sehfeld, die sich langsam ausbreiten.

Weitere Symptome können Schwäche, Taubheit oder Kribbeln im Gesicht, an der Hand oder an den Beinen sein. Außerdem treten Sprachstörungen, Schwindel oder unsicheres Gehen auf.

Diese so genannten Aura-Anzeichen entwickeln sich in der Regel über einen Zeitraum von fünf bis zehn Minuten und halten in etwas 15-30 Minuten bzw. maximal 60 Minuten an.

Der bekannte Migränekopfschmerz setzt in der Regel erst nach der Aura-Phase ein; es kommt jedoch auch häufig vor, dass sich Kopfschmerz- und Aura-Phase überschneiden.

Womit wir auch schon zur dritten Phae kommen:

Phase 3: Kopfschmerzphase

In der Kopfschmerzphase klagen Patient*innen über mittlere bis starke Kopfschmerzen, die als pulsierend, pochend und/oder stechend empfunden werden. Der Schmerz beginnt auf einer Seite und bleibt dort oder breitet sich über die Stirn bis zur anderen Seite aus. Eine feste „Migräneseite“ gibt es nicht; diese kann von Attacke zu Attacke variieren.

Jedoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass sie bei mir in der Regel auf der linken Seite beginnt und ich in all den Jahren erst zwei oder drei Mal eine Attacke hatte, die auf der rechten Seite „begonnen“ hat.

Eine Attacke dauert durchschnittlich vier bis 72 Stunden und ist neben Kopfschmerzen häufig verbunden mit Übelkeit, Erbrechen oder Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Alles in allem kein schönes Gefühl.

Übrigens: Vereinzelt, tritt die Migräne sogar ganz ohne Kopfschmerzen auf, man hat jedoch die anderen Symptome.

Phase 4: Rückbildungsphase

Während der Rückbildungsphase klingen die Symptome nach und nach ab. Die Betroffenen fühlen sich in der Regel müde und erschöpft. Die zurvor aufgetretene Schwäche oder Apptetitlosigkeit können noch Stunden nach der Attacke anhalten. Gelegentlich kann es nach einer Migräneattacke auch zu einer Art Euphorieerlebnis kommen.

Bis zur vollständigen Erholung nach einer Migräne können weitere zwölf bis 24 Stunden vergehen.

Wenn bei mir die Migräne nachlässt, fühle ich mich wie beschrieben müde und erschöpft, aber irgendwie habe ich auch immer ein Gefühl der Erleichterung in mir. So als wäre gerade eine große Last von mir gefallen.

 

Teil 2: Was löst Migräne aus und kann man ihr vorbeugen?

Doch was löst nun eigentlich eine Migräne aus und kann man ihr irgendwie vorbeugen?

Die Migräne, so Wisschenschaftler*innen, „ist eine neurobiologisch bedingte Fehlfunktion des Gerhirns, der Hirnhaut und der jeweiligen Blutgefäße, für die eine erbliche Veranlagung besteht. Während einer Migräneattacke kommt es zu einer vorübergehenden Fehlfunktion schmerzregulierender Systeme.“

Nach aktuellem Forschungsstand geht man davon aus, dass eine Migräneattacke mit einer Überaktivität von Nervenzellen im Hirnstamm beginnt.

Es gibt bestimmte innere und äußere Faktoren, so genannte Trigger, die eine Migräneattacke auslösen können, wenn man eine entsprechende Veranlagung hat.

Hierzu zählen beispielhaft ein wechselnder Schlaf-Wach-Rhytmus, unregelmäßiger Tagesablauf, eine Hrmonveränerunge (bspw. während des Zyklus), Stress jeglicher Art, Bestimmte Nahrungsmittel, wie Schokolade, Käse oder Wein, aber auch „starke“ Emotionen, wie ausgepräge Freude oder tiefe Trauer. Auch bestimmte Medikamente können bei Betroffenen eine Migräne auslösen.

Es sind also eine Vielzahl an möglichen Ursachen, was die ganze Situation für Betroffene nicht gerade leichter macht, da man nie weiß, ob beispielsweise das nächste Stück Schokolade eine Migräneattacke auslöst.

Doch kann man mit all diesem Wissen einer Migräneattace vorbeugen?

Die Antwort ist Jein.

Eine Kombination aus verschiedenen Vorbeugungsmaßnahmen kann, wenn sie konsequent angewedet werden, die Häufigkeit einer Attacke mehr als halbieren und die Itensität reduziert werden.

Natürlich sollte man die obigen Triggerfaktoren versuchen zu meiden. Auch kann eine Verhaltenstherapie helfen, die Mechanismen entwickelt, belastende Denkmuster, die wiederum Stress erzeugen, abzulegen. Generell hilft die Reduzierung von Stress, was natürlich in der heutigen „schneller-höher-weiter-Zeit“ schwierig ist. Aber auch (Ausdauer-)Sport oder eine Entspannungtechnik, wie die progressive Muskelentspannung können helfen.

In ganz schweren Fällen werden in ärztlicher Absprache auch vorbeugende Medikamente verschrieben.

Und was ist, wenn man nun trotz vorbeugenden Maßnahmen eine Attacke bekommt?

Dann helfen erst einaml Ruhe und ein abgedunkelter Raum.

Aber, wie man es sooft kennt, hilft dies allein nicht aus, weshalb man dann auch zu Schmerzmitteln greifen muss. Bei leichteren Attacken helfen noch „normale“ Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder Naproxen, bei schweren Attacken helfen dann nur noch Triptane, die auch verschreibungspflichtig sind.

Und aus eigener Erfahrung kann ich noch anfügen: Ganz viel Geduld! Denn manchmal hat man das Gefühl, die Attacke möchte gar nicht mehr enden.

 

Teil 3: Persönliche Worte

Nun habe ich in den einzelnen Abschnitten immer wieder auch meine eigenen Erfahrungen mit Migräne beschrieben, weshalb ich diesen Teil kürzer fassen werde.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag zeigen, dass Migräne nicht einfach nur Kopfschmerzen sind. Es ist ein ernst zu nehmender Zustand, unter dem die Patient*innen leiden.

Zudem wird das eigene Leben ziemlich eingeschränkt, da man stets auf der Hut sein muss, keinen Trigger auszulösen.

Doch ich möchte auch Mut machen. Die oben genannten, vorbeugenden Maßnahmen, mögen zwar nicht jede Migräneattacke abhalten, mir aber haben sie geholfen sie zu verringern und auch weniger intensiv werden zu lassen.

Am Ende muss aber jede*r Patient*in einen eigenen Weg finden, wie er/sie/* der Migräne vorbeugt oder mit ihr schließlich umgeht.

 

Habt ihr Erfahrung mit Migräne? Seid ihr selbst betroffen? Ich freue mich über eure Kommentare und Berichte.

In diesem Sinne geben wir der Migräne keinen zu großen Spielaraum in unserem Leben

Eure Ann *chakka*

 

Bild von David Garrison auf pexels

Informationsquellen:

Neurologen und Psychiater im Netz
Leben und Migräne
Netdoktor

Ein Kommentar zu „Migräne – Gewitter im Kopf

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