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Black Friday

Black-FridayHallo ihr Lieben,

ich weiß nicht, wie es Euch geht/ging, aber ich habe gestern und auch schon zu Beginn der Woche ziemlich viele Newsletter mit dem Betreff Black Friday erhalten. Da ich grundsätzlich auf so was nicht sofort reagiere, habe ich mir da auch erstmal keine Gedanken darüber gemacht. Nachdem aber gestern Black Friday auch mehrfach in den Medien genannt wurde, habe ich mir überlegt, ob ich irgendein Großereignis verpasst habe, kam aber zu keinem Ergebnis. Ich hatte schon gar nicht mehr daran gedacht bis ich bei Youtube auf ein Video von einer meiner liebsten Vlogerinnen stieß, das eben auch mit Black Friday benannt war. Und da habe ich mich entschieden doch nochmal genauer nach zu forschen.

Und für Alle, die mit dem Einzelhandel nicht so viel zu tun haben oder einfach auch so unbedarft sind wie ich, denen erkläre ich das nun gerne kurz. Neben der Erklärung werde ich auch noch ein paar andere interessante Dinge in den Eintrag einfließen lassen.

Der Black Friday, als amerikanische Erfindung, ist der Freitag nach Thanksgiving. Er soll den Beginn der Weihnachtseinkaufsaison einläuten. Da Thanksgiving immer der vierte Donnerstag im Novembers ist, nutzen viele Amerikaner den Freitag als Brückentag und beginnen hier mit ihren Weihnachtseinkäufen. Viele Geschäfte öffnen ihre Türen an diesem Tag bereits früher als an den sonstigen Tagen und locken die Kunden mit Sonderangeboten und Rabatte in die Läden. Für die USA dient der Black Friday außerdem als Indikator für das anstehende Weihnachtsgeschäft.
Doch wie kommt es zu dem Namen Black Friday? Hierzu gibt es drei populäre Erklärungen:
Die eine Erklärung stützt sich darauf, dass die Menschenmassen, die an diesem Tag auf den Straßen und in den Einkaufszentren unterwegs sind, aus der Ferne oder von oben wie eine einzige schwarze Massen wirken bzw. aussehen.
Eine weitere Erklärung bezieht sich auf den Umsatz der Geschäfte an diesem Tag. Denn am Black Friday schreiben viele Läden und Geschäfte, teilweise das erste Mal im Jahr, schwarze Zahlen. Hierzu passt auch die dritte Erklärung, dass die Händler vom Geld zählen schwarze Hände haben.
Aber stimmt das? Machen die Händler wirklich so viel Umsatz und Gewinn an diesem Tag bzw. dem gesamten Wochenende? 2014 wurden 50,9 Milliarden US-Dollar während des Wochenendes von den amerikanischen Konsumenten ausgegeben. Das sind zwar 11% weniger als im Vorjahr, trotzdem noch eine stolze Summe.
Und wie gelangte nun dieses amerikanische Phänomen nach Deutschland? Über Apple – wie sonst? (*Ironie aus*).
2006 führte das Unternehmen in Deutschland die erste Black-Friday-Verkaufsaktion durch. In den Folgejahren machten es Apple einige deutsche Händler gleich und warben mit Aktionen und eintägigen Sonderrabatten. Doch während in den USA der Black Friday überwiegend vor Ort in den Geschäften stattfindet, werden in Deutschland die meisten Rabattaktionen im Onlinegeschäft angeboten. Der Trick scheint aufzugehen, denn 2014 erwarteten die Onlinehändler einen Umsatz von 296 Millionen Euro, weshalb der Black Friday auch in Deutschland als Indikator für das kommende Weihnachtsgeschäft angesehen wird.

Zum Schluss dann nun die kritische Frage: Braucht man das wirklich?

Ich bin der Meinung NEIN! Klar Rabatte sind klasse. Aber die gibt es doch so oder so das ganze Jahr über. Und auch um die Weihnachtszeit locken die Geschäfte mit Rabatten und Sonderaktionen. Auch noch nach dem Black Friday. Sind wir schon so im Kosumrausch, dass wir dabei die Konsequenzen vergessen? Ich denke da in erste Linie an die Verkäuferinnen und Verkäufer, denen an dem Tag die Bude eingerannt wird und die durch den großen Andrang wahrscheinlich (zum Teil unbezahlte) Überstunden schieben müssen. Und das im Endeffekt nur für den Kommerz?
Klar profitieren wird alle, wenn die deutsche Wirtschaft Umsatz bzw. Gewinne macht. Aber so?  Am Ende wird der Gewinn am Black Friday ja auch nur auf die Rabattaktionen zurück zu führen sein. Da man ja so oder so im gesamten Weihnachtsgeschäft, wofür der Black Friday ein Indikator sein soll, Kunden mit Rabattaktionen lockt, finde ich einen „extra“ Rabatt-Tag ein bisschen zu viel. Außerdem sei einmal dahin gestellt, ob das wirklich immer so mega Rabatte sind, wie sie angepriesen werden.

Was denkt ihr über den Black-Friday? Oder ward ihr selbst betroffen – ob als Einzelhändler /-in  oder Shopper /-in?

Ich freue mich über Eure Kommentare.

In diesem Sinne

Eure Ann

Quelle + Bildquelle

9 Kommentare zu „Black Friday

  1. Ich war betroffener Shopper! Jawollja!

    War eine echt schweißtreibende Sache!

    Mich hat eines dieser Mails (bei denen ich bis gestern permanent mit dem Kopf geschüttelt habe, weil ich bis gestern nicht wusste, was die von mir wollen) nämlich daran erinnert, dass ich seit 2 Wochen schon eine Bestellung bei meinem Gewürzversandhändler machen wollte, es aber immer wieder vergessen habe. Also habe ich mich gestern ins Getümmel der Onlinebestellung gestürzt und wahnsinnige, absolut gigantische 0,95€ gespart! Heute war ich dann den ganzen Tag damit beschäftigt, diese teilweise auszugeben und zum Teil in meine Altersvorsorge zu investieren. Um dabei auf Nummer sicher zu gehen, habe ich die Investition gesplittet, also auf mehrere Anlagen verteilt!

    Sorry, ich schweife ab, kann ja mal vorkommen bei all den Endorphinen, die dieser Black Friday bei mir ausgeschüttet hat.

    So, nun mal im Ernst: Wieder eine Sache aus der Reihe: „Dinge, die die Welt nicht braucht, aber macht, weil es die Amis erfunden haben!“ Okay, was will man von einem Land erwarten, in welchem Auto herumfahren, die Kraftstoff nicht liter- sondern gallonenweise verbrauchen, sich aber aufspielen wie der König der Welt, wenn jemand Software einsetzt, um ein paar Abgaswerte zu beschönigen. Aber ich schweife schon wieder ab… 😉

    Sinnlose Erfindung, die Leute bekommen es suggeriert und steigen voll drauf ein, weil sie ihr Gehirn ja nicht einschalten. Die glauben dann alles, am Ende ist das ja so, als wenn ich bei einer Reise 35% Rabatt gebe, nachdem ich 50% draufgerechnet habe.

    Meine Frau meinte übrigens auf die Frage, wie der Black Friday bei ihr war: „Hä? Was für Freitag?“
    Die haben sowieso Ausverkauf, weil sie komplett umgebaut werden, und da rennen die Leute denen sowieso die Bude ein, insofern war da nix zu merken. Und wie ich von anderen Leuten aus dem Handel hörte, kaufen die Leute letztendlich jeden Scheiß, nur weil es Rabatt gibt.

    Insofern eine geile Sache für den Einzelhandel, weil eben der letzte Schrott auch noch weg geht, wie bei jeder anderen Rabattaktion übrigens auch.

    Eine Frage bleibt allerdings bei der ganzen Sache noch offen: Welchen Scheiß erfindet der Ami denn nun, damit wir den auch nachmachen müssen? 😉 😀

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    1. ECHT? Du hast sagenhafte 0,95 € gespart? Das ist echt HAMMER! Was Du Dir davon alles kaufen konntest…aber ja die Altersvorsorge ist definitiv auch wichtig.

      Weißt Du, wenn das im Amiland Tradition hat, dann finde ich das auch in Ordnung. Die Amerikaner haben zum Konsum so oder eine andere EInstellung als die Deutschen…Aber muss man das mitmachen? Echt?
      Und ja – die Rabatte sind keine Rabatte…Laut einem Artikel, den ich gelesen habe, spart man am Ende nur etwa 10-15%, obwohl die Ware mit weitaus mehr Rabat angepriesen wird…Alles wieder mal herrlich in Deutschland! Von einer Freundin in Amerika weiß ich, dass die Rabatte dort auch wirkliche Rabatte sind…Nur in Deutschland wird wieder mal besch****n. 😛

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      1. Ja, ist der Wahnsinn! Stell Dir nur mal vor, ich hätte das ohne diesen Rabatt bestellt: Die Privatinsolvenz hätte an die Tür geklopft! Aber so konnte ich billig kaufen, noch Geld anlegen und bin nicht insolvenzgefährdet! Total geile Sache!

        Die können ihren Mist ja machen, auch ihr Halloween beispielsweise, aber ich muss das nicht mitmachen. Die Konsumeinstellung ist anders. Hier wird immer gemeckert, was für eine Servicewüste wir wären. Nun, ich habe beruflich ausschließlich mit Kunden zu tun, die wollen den Service manchmal gar nicht bzw. wollen ihn geschenkt. Dass das aber einfach nicht funktioniert und auch im Amiland nicht auf diese Art funktioniert, das will der Deutsche ja nicht einsehen – aber viel verdienen, das will er, um möglichst viele von den Schnäppchen mitnehmen zu können.

        In Deutschland wird beschissen, weil der Deutsche beschissen werden will. Möglichst so simpel und einfach, dass man es eigentlich gar nicht glauben mag…
        Das mag nun nicht für alle gelten, aber ich würde mal einfach so behaupten, dass es bei vielleicht 90% genau so ist!

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  2. Ich musste da „von der anderen Seite“ durch und finde es auch scheiße. Ja, aus Händlersicht lohnt sich das schon, aber wegen dieser ganzen Black-Friday-Scheiße hab ich Samstag (da ging das ja weiter, EIN TAG REICHT JA NICHT!!!) weder was essen können, noch Pause gemacht, geschweige denn, dass ich mal kurz aufn Pott konnte. Da klemmste dir halt die Beine zusammen, zwischendurch vergisst man vor lauter Arbeit auch die menschlichen Bedürfnisse. Abends war ich dann erst vollgepumpt mit Adrenalin, keine drei Stunden später hätte ich im Stehen einschlafen können.

    Wenn die datt nächstes Jahr wieder machen, nehm ich Urlaub.

    Aber hey, wenigstens gab es bei uns keine Todesopfer. Bei den Amis wird am Black Friday ja regelmäßig jemand über den Haufen gerannt. Und die Leute vergessen von jetzt auf gleich, wie man sich als Mensch benimmt. Gab es bei uns auch nicht, dass sich die Leute gegenseitig die Waren aus den Händen gerissen haben (dann hätt ich auch die Bullen gerufen oder die Bude dicht gemacht), aber wenn man sich das so ansieht und bedenkt, dass wir das jetzt auch langsam mitmachen, dann hab ich Schiss, dass es nächstes Jahr auch so krass wird.

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